Wie Du den wahren Stressauslöser hinter Dir lässt

46% der Deutschen fühlen sich laut TK-Stressstudie von 2016 durch Schule, Studium und Beruf stark belastet. Als zweitgrößter Stressfaktor wurden die eigenen hohen Ansprüche angegeben. Auch in anderen Studien zum Thema Burnout wird immer wieder auf den Zusammenhang der Burnout-Anfälligkeit und den Hang zum Perfektionismus hingewiesen.

Dennoch nehmen die Menschen, die burnout-gefährdet sind, als Auslöser, vor allem die äußeren Umstände ihres stressvollen Daseins, wahr. Auch ich konnte meine Muster dahingehend, lange Zeit, nicht erkennen. Aber genau dieser Stressfaktor ist ein Multiplikator für alle weiteren Faktoren und wir können ihn am einfachsten selbst verändern.

Ja, der Stress in der Arbeitswelt nimmt zu. Wir sind rund um die Uhr erreichbar, das Arbeitspensum steigt an und auch die Anforderungen in anderen Bereichen werden immer größer.

Doch eine weit größere Rolle spielt unser Umgang mit diesen Umständen. Denn, wenn wir uns z.b. abgrenzen könnten, indem wir sagen, ab 17:00 oder ab 18:00 Uhr mache ich mein Diensthandy leise oder schalte es ab. Oder indem wir sagen, ich bin gerade voll ausgelastet und kann derzeit kein weiteres Projekt übernehmen, würden wir selbst dafür sorgen, nicht überlastet zu werden.

Leider fällt genau das, Menschen, die bestimmte innere Überzeugungen in sich tragen, alles andere als leicht. Rein kognitiv wissen sie sogar, dass es notwendig ist – dennoch schaffen sie es nicht ihre Vorsätze diesbezüglich umzusetzen. Häufig ärgern sich diese Menschen noch über ihre Unfähigkeit dazu oder zweifeln an sich. Und so nimmt der innere Stress weiter zu.

Warum ist das so?

Oft kommt es in Situationen, die als stressig erlebt werden, zu einer Reaktivierung alter nicht angemessener Muster, die in Kindheit und Jugend erlernt wurden. Diese Muster basieren auf sog. Glaubenssätzen, die wir von Eltern, Erziehungspersonen, Respektspersonen und Vorbildern übernehmen. Glaubenssätze sind innere Überzeugungen, die wir übernommen haben, ohne sie je zu hinterfragen. Sie sind verwoben mit dem früh entwickelten unbewussten Glauben, welche Überzeugungen in der Familie damit verbunden sind bzw. welche Konsequenzen es hat, wenn wir sie nicht befolgen.

Häufig vorkommende Glaubenssätze, bei Menschen, die zum Perfektionismus neigen:

„Ich muss stark sein.“/ „Ich darf nicht schwach sein.“ / „Ich darf keine Schwäche zeigen.“

„Ich darf keine Fehler machen.“

„Ich muss besser sein als andere.“

„Ich muss die Kontrolle behalten.“

„Ich muss es allen recht machen.“

„Ich muss die Zähne zusammenbeißen.“ / „Ich muss durchhalten.“

„Ich muss für alle da sein. / Wenn es allen anderen gut gehen, kann ich mich um mich kümmern.“

Solche Glaubenssätze bestimmen dann unbewusst unser Denken und Handeln. Wer glaubt, dass es ein Zugeständnis von Schwäche ist, sich Hilfe zu holen oder auch einfach nur zu delegieren, wird, auch wenn er vollkommen überlastet ist, keine Hilfe holen und auch nicht delegieren.

Wer glaubt, dass es erst allen anderen gut gehen muss, ehe es einem selbst gut gehen darf, wird nicht nein sagen können, auch wenn die Erschöpfung bereits gesundheitliche Probleme verursacht.

Wie kommst Du nun hinter Deine inneren Überzeugungen?

Du solltest Dir dafür etwas Zeit nehmen und Dich mit Stift und Papier in einer ruhigen Umgebung damit beschäftigen. Eine Möglichkeit ist, die Augen zu schließen und sich die genannten Glaubenssätze jeweils einzeln laut aufzusagen und in sich hinein zu spüren. Was nimmst Du in den ersten 2-5 Sekunden wahr?

Vielleicht spürst Du Anspannung in den Schultern, im Nacken, vielleicht nimmst Du ein unangenehmes Gefühl in Dir wahr. Vielleicht kommt auch ein Gefühl der Erleichterung. Es können starke emotionale Reaktionen auftreten, die Dir aber helfen Deinen unbewussten Überzeugungen auf die Schliche zu kommen. Und häufig erkennen wir in diesem Moment auch, wo wir diese Überzeugungen erworben haben.

Du kannst auch eine alltägliche Situation reflektieren, in der Du nicht nein sagen konntest, obwohl Dir etwas zu viel war. Gehe in diese Situation gedanklich wieder hinein und frage Dich, weshalb habe ich ja gesagt. Dann kommt Dir eventuell der Gedanke, dass Du freundlich sein wolltest und eine gute Kollegin. Dann fragst Du weiter, warum willst Du eine gute Kollegin sein? Was möchtest Du damit sicherstellen? Frage immer weiter in die Tiefe und versuche dabei die Fragen nicht mit dem Verstand zu beantworten, sondern in Dich hinein zu fühlen, welche Antwort in Dir aufsteigt.

Was machst Du jetzt mit diesen Erkenntnissen?

Wenn Du Deine inneren Überzeugungen kennst – überprüfe sie!

Ist es wirklich ein Zeichen von Schwäche, wenn man sich Unterstützung holt oder delegiert? Sind Fehler allgemein schlecht? Kannst Du es allen recht machen? Musst Du durchhalten bis zum Zusammenbruch? Wer gibt Dir Deine Gesundheit zurück? Musst Du wirklich immer besser sein als andere?

Wenn Dir die Überprüfung schwer fällt, in dem Sinne, dass Du keine „Gegenargumente“ findest – stelle Dir vor, Du würdest darüber mit Deiner besten Freundin/besten Freund sprechen und ihn aufklären wollen, warum er mit seinen Überzeugungen falsch liegt.

Im Alltag solltest Du zum Beobachter Deiner Muster werden. Versuche zukünftig bei jeder Interaktion und Handlung zuerst ein paar Sekunden bei Dir zu sein und Deine Gedanken zu beobachten. Atme dazu 2-5 mal langsam und bewusst. Das wird Dir anfangs schwer fallen, doch Du wirst Dich selbst und Deine Überzeugungen bald viel bewusster wahrnehmen und es wird Dir immer leichter fallen. Dadurch kannst Du eine Situation ganz anders beurteilen und auch anders entscheiden – und zwar für Dich!

Dieses Beobachten der eigenen Gedanken zeigt uns auch, dass wir nicht unsere Gedanken sind – wie es viele spirituelle Lehrer und Schriften vermitteln. Es ist eine Form von Achtsamkeit, die uns innere Ruhe schenkt.

Gern unterstütze ich Dich bei Deiner Glaubenssatzarbeit, klicke dazu auf den Button und suche Dir einen Termin in meinem Terminkalender aus. Ich werde Dich dann zum Termin anrufen. Wir schauen uns an, wo Du stehst, was Dir am meisten Schwierigkeiten bereitet und besprechen ganz genau Deine persönlichen nächsten Schritte:

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Ich freue mich darauf Dich zu unterstützen.

Deine Sylvia

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